Sonntag, 30.April 2023

Wild trifft Wiese - Eine Thüringer Familie verbindet Streuobstbau und Wildhaltung

Im thüringischen Kindelbrück OT Frömmstedt (bei Weißensee im Landkreis Sömmerda nördlich von Erfurt gelegen) bewirtschaften Antje und Volker Böttner mit ihrer Familie auf ca. 20 Hektar Streuobstwiesen mit ganz besonderer tierischer Unterstützung. Was es damit auf sich hat, hat uns Antje Böttner bei einem Besuch vor Ort verraten.

Dass es unsere Streuobstwiesen gibt, ist eigentlich der Natur selbst geschuldet. Wir haben hier Flächen mit Hanglage, die für eine andere landwirtschaftliche Nutzung nicht geeignet sind. Aus diesem Grund wurden an diesen Standorten in der Vergangenheit hochstämmige Kirsch-, Apfel- und Birnenbäume gepflanzt.

Heute nutzen wir diese Wiesen für unsere landwirtschaftliche Wildhaltung. Für das Rot- und Damwild bieten die Streuobstwiesen einen naturnahen Lebensraum, Schutz und gleichzeitig eine zusätzliche Futterquelle. 

Was Erhalt und Pflege angeht, arbeiten wir mit dem Landschaftspflegeverband Mittelthüringen zusammen. Konkret gehören dazu unter anderem der Baumschnitt im Winter sowie das Nachpflanzen, Bewässern und der Schutz der neuen Bäume. Die jungen Bäume müssen mit einem stabilen Zaun besonders vor dem Verbiss durch unser Wild geschützt werden. Wer selbst eine Streuobstwiese anlegen möchte, sollte sich im Vorfeld gut informieren. Nicht alle hochstämmigen Obstbaumsorten sind für dieses Vorhaben geeignet.  

Das Obst von den Streuobstwiesen selbst wird nicht vermarktet, sondern geht komplett an unser Wild. Die reifen, herabfallenden Früchte sind eine begehrte Abwechslung für unsere Hirsche.

Rein wirtschaftlich gesehen sind die Streuobstwiesen für uns so natürlich ein „Plus/minus Null“ Geschäft. Trotzdem ist uns ihre Erhaltung wichtig. Auf unseren Wiesen tummeln sich Wildbienen und immer wieder entdecke ich auch seltene Blühpflanzen, wie das gelbe Adonisröschen und Schlüsselblumen. Das Totholz unserer Bäume bietet Lebensraum für Insekten und Vögel. Und auch Reisende auf dem nahegelegenen Unstrut-Radweg erfreuen sich an dem Anblick der blühenden Bäume. All das hat uns motiviert, zwei andere, inzwischen verbuschte Streuobstwiesen in Pflege zu nehmen. Wir wollen sie neu aktivieren und so einen Beitrag zur Artenvielfalt und Landschaftspflege leisten. 


Beitrag jetzt teilen

mitglieder_in_deutschland

Bereits
1262 Mitgliedsbetriebe
aus ganz Deutschland

Alle Mitgliedsbetriebe in der Übersicht anzeigen