Um ihre kleinen Kitze vor Fressfeinden zu schützen, wählen Rehe oft ein Versteck im hohen Gras. Wenn im Mai die Mäharbeiten anstehen, kann das aber zum Problem werden. Denn durch den sogenannten "Drückinstinkt" können die Kitze nicht fliehen, wenn die Mähmaschine naht. Etwa 100.000 Kitze fallen Schätzungen der Deutschen Wildtier Stiftung (2021) somit dem Mähtod zum Opfer. Und das ist gleich in mehrerer Hinsicht schlimm – denn neben den Qualen für das Kitz können durch das verunreinigte Gras auch Kühe krank werden oder verenden, wenn sie es später fressen.
Rettung mit klassischen Methoden…
Zum Glück gibt es mittlerweile jedoch viele Optionen und engagierte Landwirte, Jäger, Vereine und Ehrenamtliche, die sich für die Rettung der kleinen Kitze einsetzen. Die preiswerteste, zugleich jedoch auch zeitaufwendigste Methode, ist, die zu mähenden Flächen direkt vor der Mahd systematisch abzusuchen und die Kitze wegzutragen.
Einfacher gestaltet sich der Einsatz von akustischen, optischen oder olfaktorischen Signalen, die zwei bis drei Tage vor der Mahd angebracht werden und die Rehe durch hochfrequente Töne bzw. Raubtiergeruch verscheuchen.
…oder auch moderner Technik
Als bewährteste Methode gilt die Ortung der Kitze über Drohnen. Dank integrierter Wärmebildkamera können Rehe, Kitze, aber auch Hasen geortet und weggetragen werden. Wichtig ist es dabei, immer den Jagdausübungsbeauftragten zu informieren. Die Helfer müssen zudem darauf achten, das Kitz nie direkt zu berühren, sondern bspw. mit Handschuhen und Gras zu arbeiten. um einen Fremdgeruch zu vermeiden. Grund ist, dass die Rehmutter ihr Kitz sonst verstoßen würde.
Eine weitere technische Lösung sind spezielle Sensoren, die am Mähdrescher angebracht werden und mit Nahinfrarot-Strahlung arbeiten. Wird ein Kitz erkannt, stoppt das Mähwerk bzw. hebt sich. Zudem erhält der Fahrer ein Signal und kann das Kitz in Sicherheit bringen.
Dass sich der Aufwand lohnt, zeigen ebenfalls Zahlen der Deutschen Wildtier Stiftung: Auf 100 Hektar Grünfläche finden Helfer demzufolge im Durchschnitt zwölf Rehkitze.
Sobald ein Kitz entdeckt wurde, wird es vorsichtig mit Handschuhen und zusätzlichem Gras aufgehoben und in eine mit Gras gepolsterte Box oder Tasche gesetzt.
Gibt es in der Nähe ein Wäldchen oder Feld mit Weizen oder Gerste, kann es direkt dort abgelegt werden. Falls nicht, wird es auf einem weichen Grasbett unter einer Kiste gesichert und nach der Mahd gut geschützt, z.B. in der Nähe einer Hecke abgelegt.
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