Der Anbau von Nutzhanf boomt – zumindest ein wenig. Laut Informationen des landwirtschaftlichen Fachportals Agrarheute.com hat die Anbaufläche von Nutzhanf in den letzten sieben Jahren um das fünfzehnfache zugenommen. Im vergangenen Jahr wurde das Gewächs auf 6.444 Hektar angebaut (BLE). Ganz vorne dabei: Niedersachsen, Bayern und Mecklenburg-Vorpommern.
Hanf gilt als die ideale Öko-Kultur: Er ist anspruchslos, robust und unterdrückt Unkraut. Krankheiten und Schädlinge treten eher selten auf und ermöglichen so den Verzicht auf Pflanzenschutzmittel. Außerdem eignet sich Hanf ideal als Vorfrucht, da die tiefen Pfahlwurzeln bis zu 140 cm tief in den Boden reichen und dadurch die Bodenstruktur auflockern.
Der Anbau ist nur mit EU-zertifiziertem Saatgut erlaubt und muss der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung gemeldet werden. Lediglich der Anbau von Nutzhanf mit einem THC-Gehalt (=Tetrahydrocannabinol) von unter 0,2 Prozent ist erlaubt. Durch die geplante Legalisierung von Cannabis könnten sich diese Vorgaben jedoch bald ändern. THC ist ein psychoaktiver Wirkstoff, der in hoher Konzentration in den Blüten der weiblichen Hanfpflanze vorkommt. Die zerkleinerten und getrockneten Blüten werden als Marihuana bezeichnet.
Nutzhanf ist der Übergriff für Hanfsorten, die nicht als Rauschgift oder Medikament verwendet werden und nur einen sehr geringen Anteil (höchstens 0,2 Prozent) von THC aufweisen. Fast die ganze Pflanze kann verwertet werden. Vor allem wird Nutzhanf aber zur Gewinnung von Hanffasern angebaut. Diese haben den Vorteil, dass sie äußerst reißfest und biologisch abbaubar sind. Hanf produziert auf der gleichen Fläche zwei bis dreimal so viel Fasern wie Baumwolle.
Hanffasern haben einen Faseranteil von dreißig bis vierzig Prozent. Daher stammt auch der Name „Faserhanf“. Daraus werden u.a. Seile, Textilien, Dämmstoffe und Papiere hergestellt. Die Wurzeln der Pflanze werden zur Herstellung von Salben und Tinkturen genutzt, die Blätter zur Produktion von Tee und ätherischen Ölen. Die Samen werden zu Hanföl gepresst oder zu Mehl oder Milch weiterverarbeitet.
Ob als Faserlieferant für Papier und Textilien als heimische Alternative zur Baumwolle, die massenhaft importiert wird, oder als Baustoff und Energiepflanze: Hanf ist ein nachwachsender Rohstoff, der in der regionalen Kreislaufwirtschaft eine große Zukunft bevorstehen kann.
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