Montag, 9.September 2024

Jeder Apfel eine Rarität

Wie der kleine Obsthof ApfeLiebe mit den Folgen schwieriger Witterungsbedingungen zurecht kommt

In eine schwierige Apfelernte startet der Obsthof ApfeLiebe in Kammerforst bei Mühlhausen (Thüringen) in diesen Tagen. Stephanie und Mario Fett bauen hier auf 3,5 Hektar neben Äpfeln auch Kirschen und Birnen an. Wie bei vielen anderen Obstbauern haben außergewöhnliche Witterungsbedingungen Schäden an ihren Obstbäumen verursacht.

Frostnächte sorgen für deutliche Schäden

Durch zwei Frostnächte im April während der Baumblüte konnten sich keine oder nur sehr wenige Früchte bilden. „Die Blütenansätze waren teilweise schwarz“, beschreibt Stephanie Fett die Auswirkungen. Sind doch Äpfel herangewachsen, weisen sie Deformationen wie zum Beispiel so genannte Frostrisse auf. Andere Äpfel haben in einem frühen Stadium das Wachstum eingestellt, blieben klein und fielen dann vom Baum. Auch Äpfel, die direkt am Baum faulen, sind eine Folge der Spätfröste.

Erntemenge sinkt um 50 Prozent

Mario Fett rechnet mit einem Ertragseinbruch bei den Äpfeln von etwa 50 Prozent. „In einem normalen Jahr ernten wir etwa 180 Äpfel pro Baum. Dieses Jahr wird es, wenn überhaupt, vielleicht die Hälfte sein“, so seine Prognose. „Wir sind in der glücklichen Situation, dass wir überhaupt Äpfel an den Bäumen haben“, ergänzt Stephanie Fett. Andere Obstbaubetriebe habe es schwerer getroffen. Allein in Thüringen rechnet das Landesamt für Statistik mit Ernteeinbußen von fast 90 Prozent. In manchen Regionen gäbe es keinen einzigen Apfelbaum, der Früchte trage, so Stephanie Fett.

Schwierige Bedingungen für kleine Obsthöfe

Gerade für kleinere Obsthöfe wie den von Familie Fett ist es oft schwierig, die Plantagen vor Extremwetterereignissen zu schützen. Die Blütenberegnung gegen Frost oder auch das Aufstellen von Feuerstellen zwischen den Obstbäumen sei zwar sinnvoll, aber mit hohen Investitionskosten beziehungsweise ausreichenden personellen Ressourcen verbunden. „Für uns als Zwei-Personen-Betrieb, die den Hof im Nebenerwerb führen, ist das leider nicht stemmbar“, erklärt Stephanie Fett. Jetzt zur Erntezeit helfen Freunde, Familie und Nachbarn mit.

Sonnenschäden und Pilzgefahr durch heiße Tage

Doch nicht nur der Frost, auch die vielen sonnigen Tage im Spätsommer haben den verbliebenen Äpfeln zugesetzt. „Wir haben bei den ersten Äpfeln bereits Sonnenbrandschäden zu verzeichnen“, sagt Stephanie Fett. „Wenn die Früchte nicht rechtzeitig herausgelesen werden, stecken sie die benachbarten Äpfel und schlimmstenfalls den Baum mit einer Pilzinfektion an.“ Der Baum würde dann langfristig Schaden nehmen.

Besondere Äpfel und handgemachte Produkte im Hofladen

Weil die Ernte dieses Jahr geringer als sonst ausfallen wird, sollten sich Kundinnen und Kunden beeilen, um ein paar der frischen, von Hand gepflückten Äpfel direkt am hofeigenen Verkaufsstand in Kammerforst zu bekommen. „Es ist in jedem Fall ein besonderer Apfel dieses Jahr. Denn wir freuen uns noch mehr als sonst über jeden einzelnen, den wir ernten können“, betonen Stephanie und Mario Fett, der mit einem Schmunzeln ergänzt: „Unsere Äpfel sind dieses Jahr eine echte Rarität.“ Und aus dem Obst, das nicht im Direktverkauf landet, stellen die beiden neben Säften noch hochwertige Brände und Gin her. Erst im letzten Jahr haben sie ihre eigene Destille eröffnet und können dort Obst mit optischen Mängeln weiterveredeln.


Hier können erntefrisches Obst, Säfte, Brände, Gin und mehr von ApfeLiebe und der Camerforster Brennmanufaktur gekauft werden:

www.apfeliebe.de

Verkaufsstand am Obsthof, Reckenbühler Straße 9, 99986 Kammerforst – zur Saison bis ca. 31. Oktober

  • jeden Donnerstag und Freitag 10 bis 18 Uhr
  • Samstag 9.30 bis 13 Uhr
  • oder nach Vereinbarung

Camerforster Brennmanufaktur (eine Marke der ApfeLiebe GbR)

www.camerforster.de

Eichsfelder Straße 16, 99986 Kammerforst

  • nach Vereinbarung

Verkaufsstand auf dem historischen Weihnachtsmarkt auf der Wartburg in Eisenach

Erstes, zweites und drittes Adventswochenende, jeweils 10 bis 19 Uhr

 


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