Wie wichtig die regionale Versorgung mit Waren des täglichen Bedarfs ist, konnten wir in jüngster Vergangenheit immer wieder sehen: Weil an manchen Orten der Welt nur eingeschränkt oder gar nicht produziert werden konnte, wurden plötzlich jede Menge Dinge knapp, die vorher so gut wie immer verfügbar waren. Von Computerchips über bestimmte Baustoffe, Medikamente oder einige Lebensmittel: Ein bisschen haben wir uns fast schon daran gewöhnt, dass man auf manches länger warten muss.
Gut ist es, wenn es gerade bei Lebensmitteln nicht zu solchen Engpässen kommt und es Landwirte gibt, die in der Nachbarschaft arbeiten. Dass das reibungslos funktioniert, sichern Menschen wie Kai Engelhardt ab. Er ist Geschäftsführer der Reika GmbH, einem Futtermittelproduzenten aus dem westsächsischen Reinsdorf bei Zwickau. Gemeinsam mit 21 Angestellten sorgt er dafür, dass die Landwirte in der Region immer frisches, nährstoffreiches Futter für ihre Schweine, Hühner und Rinder bekommen. Die Futtermittel werden nach den Wünschen der Landwirte speziell so zusammengestellt, dass jedes Tier optimal mit allem versorgt wird, was es braucht. In mehreren Silos und Lagerhallen werden die Rohstoffe gelagert und das Futter wird immer frisch produziert. Seit 1976 macht man das am Standort in Reinsdorf. Heute werden nicht nur Landwirte in Sachsen, sondern auch im benachbarten Thüringen und Bayern mit pelletierten, geschroteten oder in Säcken verpackten Futtermitteln beliefert.
Und auch Kleintierhalter setzen für Kaninchen, Tauben und Co. auf das Futter aus Reinsdorf. Sie können es sogar unverpackt in der individuell benötigten Menge kaufen und sparen so gleich noch Verpackungsmüll.
Weil es Firmenchef Kai Engelhardt wichtig ist, dass es wieder mehr Kontakt zwischen Landwirten und Verbrauchern gibt, hat er seine Pläne für die Erweiterung der Verkaufsräume vor einigen Jahren neu gedacht. Aus der Idee, schlichtweg ein modernes und kundenfreundliches Ladengeschäft für Futtermittel, Garten- und Kleintierzubehör und regionale Lebensmittel zu bauen, ist schnell die Landmarktscheune geworden: ein 800 Quadratmeter großes, helles Gebäude mit großzügiger Verkaufsfläche und einem Lounge- und Schulungsbereich. Ein Mal im Monat sind Kindergärten oder Schulen zu Gast bei ihm und seinem Team, um mehr über die Herstellung von Lebensmitteln zu lernen. Regelmäßig gibt es außerdem Tage der offenen Tür.
Ihm sei es wichtig, seinen Beitrag zu leisten, um zu vermitteln dass die Versorgungssicherheit mit Lebensmitteln für die Gesellschaft eine zentrale Bedeutung hat, sagt Engelhardt. Hierfür wünscht er sich oftmals mehr Verständnis von der Politik. Bei politischen Entscheidungen gerate zu oft aus dem Blick, welche Konsequenzen das für die Herstellung von Lebensmitteln haben könne. „Wenn es zum Beispiel gewünscht wird, dass immer weniger Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden, müssen wir uns auf geringere Erntemengen einstellen. Für uns als Futtermittelhersteller, der auch Getreide und Ölsaaten für die Lebensmittelherstellung erfasst, bedeutet das außerdem einen viel höheren Aufwand beim Reinigen. Denn wenn Getreide mit Pilzsporen besetzt ist, kann es so nicht genutzt werden“, erklärt Engelhardt.
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