Weizen und Gerste sind die beliebtesten Ackerbaukulturen Deutschlands – kein Wunder also, dass sie auch auf den Feldern des Landwirtschaftsbetriebs von Susanne Holter zu finden sind. Auch Durum, Hafer, Sonnenblumen und Raps sowie Zuckerrüben, Erbsen und Mais baut sie in Esperstedt im Süden Sachsen-Anhalts an. Im Jahr 2019 haben neben den klassischen Kulturen auch neue Feldfrüchte Einzug gehalten: die Kürbisse. Vom großen Halloween-Kürbis bis hin zum kleinen Mikrowellenkürbis wachsen verschiedene Sorten in allen erdenklichen Größen, Formen und Farben auf dem Kürbisfeld.
Der Familienbetrieb blickt auf eine über 100-jährige Tradition im Ackerbau zurück. Gegründet 1873, wird er heute in fünfter Generation geführt. Zu Zeiten der ehemaligen DDR wurde das Land der Familie in die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft eingebracht. 1990 trat Heinrich Holter als sogenannter „Wiedereinrichter“ auf und forderte den Familienbesitz wieder zurück, um neu anfangen zu können. Noch ist er der Chef auf dem Hof – Seine Tochter Susanne hat seit 2014 einen eigenen Landwirtschaftsbetrieb. In naher Zukunft sollen beiden Höfe unter der Leitung von Susanne Holter zusammengeführt werden. Insgesamt 600 Hektar Land stehen dann in ihrer Verantwortung.
Den traditionellen Ackerbau wird Susanne Holter fortführen. Neues auszuprobieren gehöre für Sie aber ebenso dazu. Ein Beispiel ist der Anbau von Kürbissen auf einer Fläche von einem halben Hektar. „Wir wollten ein Himbeerfeld anlegen und hatten dafür eine größere Fläche eingeplant, als wir am Ende gebraucht haben. Einen halben Hektar hatten wir übrig und auf dieser Fläche haben wir dann im Frühjahr Kürbisse gesteckt“, erzählt sie. „Wir wollten es einfach mal ausprobieren.“
Während das Himbeerfeld nach fünf Jahren Versuchszeit aufgegeben werden musste, sind die Kürbisse bis heute ein voller Erfolg. „Unsere Kürbisse wurden im Herbst so gut von den Leuten angenommen, dass wir seither jedes Jahr Kürbisse anbauen“, so Susanne Holter. Neben Halloween-Kürbissen wachsen Spaghetti-, Hokkaido-, Butternut- und Mikrowellenkürbisse auf ihrem Feld. Auch nicht essbare Schönheiten wie weiße Kürbisse oder flaschenförmige Kalebassen sind bei ihr zu finden. Ausgehöhlt und getrocknet würden sie in anderen Kulturen auch als Musikinstrument genutzt, erzählt Susanne Holter.
„Die Kürbissaison beginnt, sobald es kälter wird. Manche Kunden fragen aber auch schon im August nach Kürbissen“, berichtet sie. Verkauft werden die Kürbisse ab Hof. Unterstützt wird der Verkauf durch einen regionalen Obsthof, der ebenfalls die Kürbisse von Susanne Holter anbietet. Die meisten würden aber zum jährlichen Kürbisfest auf dem Hof verkauft.
Neben den Kürbissen probierte Susanne Holter auch weitere neue Kulturen aus, wie zum Beispiel Popcorn-, Zucker- und Ziermais.. Nur letzterer konnte sich durchsetzen. „Es war eine tolle Überraschung, was am Ende aus unserem Versuch herauskam“, erinnert sie sich. „Jeder Maiskolben sieht anders aus. Es ist ein bisschen wie bei einem Überraschungsei.“ Die bunten, nicht essbaren Kolben seien auch bei den Kundinnen und Kunden sehr beliebt.
Ausprobieren möchte sich die studierte Landwirtin außerdem als Bauernhofpädagogin. In den letzten Jahren arbeitete sie bereits ehrenamtlich mit Kindergärten und Grundschulen aus der Region zusammen. Zu entdecken gibt es auf dem Hof der Holters viel. Neben dem Ackerbau gehören auch Tiere wie die 300 Legehennen dazu. Sie zogen 2020 mit ihren zwei mobilen Hühnerställen ein. „Ich wünsche mir, dass die Kinder ein Verständnis entwickeln, wo die Lebensmittel herkommen“, sagt sie. Seit Es sei toll zu sehen, wie die Kinder die Felder mit großen Augen bestaunen und spielerisch etwas über die Entstehung heimischer Lebensmittel lernen.
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